Ökokonto „Erlensee“

Ökokontoverwaltung des Bundesforstes

Bei der Bearbeitung von Ökokonten bieten wir komplette Pakete an. Hierbei schöpfen wir aus den Erfahrungen unserer langjährigen vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Sparte Bundesforst. Seit dem Jahr 2008 haben wir alleine für unseren größten Auftraggeber, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, 17 Projekte auf einer Fläche von rund 1.450 ha mit Ökopunkte-Maßnahmen beplant (Stand 02/2020). Im Rahmen dieser Projekte und in unserer Tätigkeit für Träger sowohl von Ökokonten wie auch von Eingriffsverursachern konnten wir die Zuordnung von vorgezogenen Kompensationsmaßnahmen nach § 16 BNatschG zu Eingriffsvorhaben zwischen der BImA und Hessen Mobil vermitteln und damit die Ausbuchung von Ökopunkten als Ausgleich für Straßenbaumaßnahmen erzielen. Mit der Verwaltung des Ökokontos und der verschiedenen Maßnahmen der einzelnen Projekte wurden wir im Jahr 2013 von der BImA beauftragt.

Dabei übernehmen wir folgende Aufgaben:

  • Umsetzungsbegleitende Vorgespräche mit dem Auftraggeber
  • Bauleitung bei der Umsetzung der Maßnahmen
  • Vorortbegehung nach Maßnahmenumsetzung mit der zuständigen UNB
  • Entwicklungskontrolle der Potenzialentwicklung durch Vorortbegehungen
  • Vorabstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde zur aktuellen Bewertung der Ökokontomassnahmen
  • Erstellung von Planunterlagen für diverse Vorhabenträger (Zuordnung zum Eingriff) und Übergabe der Daten an den Vorhabensträger
  • Information und Weiterleitung der Daten an die Untere Naturschutzbehörde
  • Fortschreibung des Kontos und des Ausbuchungsstandes für den Auftraggeber

Ehemaliges Fliegerhorstgelände Langendiebach-Erlensee bei Hanau

Das ehemalige Militärgelände „Fliegerhorst Langendiebach“ diente ab 1936 der deutschen Wehrmacht als Start- und Landebahn. Ab 1945 bis 2007 wurde es von den Amerikanern als Fliegerhorst und Kaserne genutzt, wobei ein Höhepunkt der Truppenbesuch durch den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy und seine Ladung auf der Flugbahn im Jahr 1963 darstellte. Von dem 245 ha großen Gebiet umfasst das Untersuchungsgebiet 109 ha und nimmt somit die überwiegend unbebaute Hälfte des Gebietes ein. Dieser Teil stellt sich größtenteils aus Offenlandbiotopen und unterschiedlich strukturierten Waldgebieten sowie im Teil der ehemaligen Kaserne durch stark versiegelte Flächen, große Gebäude und Gleisanlagen dar.
 

Die bestehende Vielfalt von Biotopen und die dadurch bedingte Diversität an wertgebenden Arten, was die Fläche als regional bedeutsam macht, drohen durch Verfilzung und Verbuschung des Gebietes verloren zu gehen. Im Projektgebiet spielen die Waldränder im Übergang zum Offenland sowie die freie Flächen für die Tierwelt eine besondere Rolle. Es konnten 42 wertgebende Tierarten im Gebiet nachgewiesen werden. Davon wurden 28 – und in angrenzenden Gebieten weitere sieben – wertgebende Vogelarten wie der Neuntöter, Wiesenpieper und Wendehals sowie der in Deutschland und Hessen vom Aussterben bedrohte Steinschmätzer dokumentiert. Weiterhin wurde das Vorkommen von mehreren Fledermausarten belegt. Aufgrund der Vielfalt an Fledermausarten kann dem Gebiet eine regionale Bedeutung in Bezug auf Fledermäuse zugeordnet werden. Durch die Artenfunde der letzten Jahre zeigt sich die Besonderheit des Gebietes durch seine hohe Lebensraumeignung für viele bestandsbedrohte und geschützte Arten.

Im Rahmen der Erstellung eines Ökomaßnahmenkonzeptes wurde im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben vor Durchführung der Kompensationsmaßnahmen eine vegetationskundliche Bestandserfassung in Form einer Geländeaufnahme der Biotoptypen nach der Kompensationsverordnung von Hessen durchgeführt und eine Darstellung besonders der Roten Liste Arten in Ausdehnung und Zusammensetzung erfasst und diese Befunde bewertet.

Darauf aufbauend erfolgte die Entwicklung eines Maßnahmenkonzeptes, dessen Ziel es ist, den Wechsel von Wäldern und Offenland mit einer hohen Artenvielfalt nach naturschutzfachlichen Kriterien zu Erhalten. Im verbrachten Offenland soll durch ein Mosaik extensiver Nutzungen wieder artenreiches Grünland in frischen bis feuchten Bereichen sowie trockene Magerrasen als Hutungen entwickelt werden.

Durch die Entwicklung von naturnahen Laubwäldern mit Waldwiesen und den Rückbau der baulichen Anlagen werden ausgeprägte Grenzlinienstrukturen geschaffen und erhalten. Die zum Teil stark überformten Lichtungen mit Bunkeranlagen können für den Artenschutz von Fledermäusen genutzt bzw. umfunktioniert werden. Durch die Maßnahmen sollen die Habitatstrukturen entwickelt werden, die zum Schutz und zur Bestandstärkung von Zielvogelarten, Fledermäusen und Reptilien dienen.

Das Ergebnis des Maßnahmenkonzepts findet sich in einer Maßnahmenkarte wieder: